Fachgruppe Palliative Care: Impulse setzen und Brücken bauen
Sabine Millius
1. Januar 1970
Die Gesundheitswelt Zollikerberg setzt auf eine betriebsübergreifende, interprofessionelle Fachgruppe Palliative Care. Durch Vernetzung, die kontinuierliche Thematisierung von Palliative Care und konkrete Aktionen schafft sie Bewusstsein und bietet Unterstützung. Die Fachgruppe zeigt, wie interprofessionelle Zusammenarbeit und kreative Projekte – wie die berührende Ausstellung «Lebensbilder» oder ein neues Kartenset für schwere Lebensphasen – Betroffene, Angehörige und Fachpersonen begleiten und stärken.
Wer wir sind und was uns bewegt
Die stiftungsweite Fachgruppe Palliative Care der Gesundheitswelt Zollikerberg vereint Fachpersonen, die verschiedene Betriebe und Berufsgruppen vertreten. Mehrmals jährlich – im Jahr 2025 waren es vier Sitzungen – treffen wir uns, um Palliative Care-Themen zu vertiefen, uns zu vernetzen und konkrete Aktionen umzusetzen. Unser Ziel: das Bewusstsein für Palliative Care intern und extern zu schärfen und die Qualität der Betreuung kontinuierlich zu verbessern. Durch gebündeltes Fachwissen und Praxiserfahrung möchten wir Impulse setzen – sei es durch Veranstaltungen, Kurz-Inputs oder die Zusammenarbeit mit Partner:innen wie dem Lern- und Bildungshaus oder dem Freundeskreis der Stiftung. Gleichzeitig unterstützen wir bei Bedarf betriebsinterne Projekte, die in den jeweiligen Betrieben weiterlaufen und beraten uns gegenseitig bei Fragen aus der Praxis.
Einblicke in die Praxis
2025 entstand ein kurzes Video, in dem einzelne Mitglieder der Fachgruppe Einblicke in ihre Arbeit geben. Sie berichten, was ihnen in der Begleitung von Patient:innen wichtig ist und was Palliative Care aus ihrer Sicht ausmacht. Das Video gibt dabei nur einen Ausschnitt wieder, denn für eine gute Palliative Care sind noch viele weitere Berufsgruppen unverzichtbar. Die Vielfalt der Perspektiven – von Pflegefachpersonen bis zu Seelsorgenden – zeigt, wie interprofessionell und ganzheitlich Palliative Care gelebt wird. Das Video macht deutlich: Jede Berufsgruppe trägt auf ihre Weise dazu bei, Würde und Lebensqualität bis zuletzt zu bewahren.
«Lebensbilder»: Eine Ausstellung, die berührt
Ein Highlight des Jahres war die Wanderausstellung «Lebensbilder» der Fototherapeutin Tina Ruisinger. Sie begleitet schwer erkrankte Menschen auf der Spezialisierten Palliativstation im Spital Zollikerberg. Mit ihrem Projekt «Lebensbilder» gab sie ihnen die Möglichkeit, mit Hilfe selbst gemachter Fotos das festzuhalten, was sie gerade bewegt. Die Bilder, die auch in einem Buch veröffentlicht wurden, das im Christoph Merian Verlag erschienen ist, wurden zunächst in unserem Park im Zollikerberg und anschliessend im Park des Alterszentrums Hottingen gezeigt. Die Ausstellung, ergänzt durch interaktive Whiteboards der Fachgruppe, lud Besucher:innen ein, über eigene Kraftquellen, Erinnerungen und Abschiednehmen nachzudenken. Zwei zentrale Fragen regten zum Dialog an: «Was gibt Ihnen Kraft?» und «Welche Lebensbilder begleiten Sie?» Die Antworten – Natur, Glaube, Familie – zeigten, wie universell diese Themen sind. An ausgewählten Tagen stand die Fachgruppe für Gespräche zur Verfügung, und die Leitung der Fachgruppe steuerte einen Beitrag zum Buch über die Lebensbilder bei.
Ausblick: Ein Kartenset für mehr Austausch
2026 steht ein weiteres für die Fachgruppe richtungsweisendes Projekt an: Gemeinsam mit Selina Fässler (Designerin der «RUND UM»-Kartenset-Reihe) entwickelt die Fachgruppe in Kooperation mit palliative zh & sh ein illustriertes Frage-Antwort-Kartenset. Das Projekt wird gefördert durch die Age-Stiftung. Dieses Tool soll Betroffene, Angehörige und Fachpersonen dabei unterstützen, sich mit Wünschen und Bedürfnissen in schweren Lebensphasen auseinanderzusetzen – leicht zugänglich, ansprechend und kompetent. Die Fachgruppe wirkt als Soundingboard mit, um das Kartenset praxisnah und bedarfsgerecht zu gestalten. Wir freuen uns, bald mehr darüber zu berichten.
