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Tätigkeitsbericht 2025

Spital Zollikerberg: Ein sehr gutes Ergebnis

Andreas Bildstein

Andreas Bildstein

1. Januar 1970

Wie hat das Spital Zollikerberg 2025 trotz Kostendruck und struktureller Anpassungen ein sehr gutes Ergebnis erzielt und die hohe Patient:innenzufriedenheit gehalten? Im Interview blickt Spitaldirektor Christian
Etter auf das vergangene Jahr zurück und spricht über die entscheidenden Faktoren: von notwendigen Einsparungen und Weichenstellungen über neue Versorgungsmodelle und strategische Partnerschaften bis hin zu Pionierprojekten und zum neuen Standort im Haus zum Falken.

Das Geschäftsjahr 2025 entwickelte sich aus finanzieller Perspektive sehr erfreulich: Mit einem Gewinn von CHF 4.9 Mio. und einer EBITDAR-Marge von 11,6 % übertreffen wir sowohl das Budget als auch das Vorjahresergebnis deutlich. Was waren aus deiner Sicht die wichtigsten Faktoren für dieses starke Ergebnis?

Christian Etter: Das Ergebnis ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Es ist uns gelungen, die Kosten gegenüber dem Vorjahr um mehr als CHF 5 Mio. zu senken. Gleichzeitig entwickelte sich die Ertragsseite besser als erwartet – insbesondere dank eines sehr starken vierten Quartals, eines weiterhin hohen Anteils an zusatzversicherten Patient:innen sowie eines höheren Case-Mix-Index. Auch tarifliche Anpassungen trugen dazu bei.

Entscheidend war jedoch vor allem das grosse Engagement unserer Mitarbeitenden. Ihre Professionalität und ihr täglicher Einsatz haben diesen Erfolg erst möglich gemacht.

Die Gesamtzufriedenheit der stationären Patientinnen und Patienten liegt 2025 erneut bei 5.7 von maximal 6.0 Punkten. Dieser Wert widerspiegelt die hohe Zufriedenheit mit der Behandlung und dem Aufenthalt im Spital. Worin siehst du die Gründe für diese positive Entwicklung?

Dieser Wert freut uns sehr und ist in erster Linie ein Verdienst unserer Mitarbeitenden. Medizinische Qualität ist zentral – ebenso wichtig sind menschliche Zuwendung, eine gute Kommunikation und eine vertrauensvolle Betreuung. Genau das zeichnet unser Spital aus.

Viele Patientinnen und Patienten schätzen die persönliche Atmosphäre, die interdisziplinäre Zusammenarbeit unserer Teams sowie die hohe Professionalität in der Behandlung. Dass wir dieses hohe Niveau über mehrere Jahre hinweg halten konnten, zeigt, dass unsere Ausrichtung richtig ist.

Das Hospital-at-Home-Programm «Visit – Spital Zollikerberg Zuhause®» gehört zu den Pionierprojekten dieser Versorgungsform in der Schweiz. Inzwischen konnten Verträge mit Versicherern abgeschlossen und die Finanzierung gesichert werden. Welche Perspektiven siehst du für die weitere Entwicklung dieses Angebots?

Wir sehen für «Visit – Spital Zollikerberg Zuhause®» ein klares Wachstumspotenzial. Mit der gesicherten Finanzierung und den bestehenden Verträgen mit Versicherern haben wir nun die Grundlage, das Angebot gezielt weiter auszubauen – sowohl hinsichtlich der Anzahl Patientinnen und Patienten als auch der behandelten Indikationen. Ein zentraler nächster Schritt ist dabei neben der Angebotserweiterung, beispielsweise in Richtung Chirurgie, auch die Vertiefung von Kooperationen mit anderen Spitälern.

Langfristig sehen wir Hospital-at-Home als festen Bestandteil der stationären Versorgung – nicht als Ersatz, sondern als sinnvolle Ergänzung, die hilft, Ressourcen gezielter einzusetzen und Patientinnen und Patienten eine auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Behandlung zu ermöglichen.

Ab April 2026 wird das von Santiago Calatrava entwickelte Gebäude Haus zum Falken am Bahnhof Stadelhofen der neue Standort der Frauen-Permanence Zürich, der Plastischen Chirurgie Zürich sowie des Brustzentrums Zollikerberg. Welche Bedeutung hat dieser neue Standort für die strategische Weiterentwicklung des Spitals Zollikerberg in der Stadt Zürich?

Der neue Standort im Haus zum Falken ist für uns ein wichtiger strategischer Schritt. Mit der Frauen-Permanence Zürich, der Plastischen Chirurgie Zürich und dem Brustzentrum Zollikerberg bündeln wir mehrere spezialisierte ambulante Angebote an einem zentralen, sehr gut erreichbaren Standort in der Stadt Zürich – direkt beim Bahnhof Stadelhofen.

Damit stärken wir unsere Präsenz in der Stadt und schaffen für Patientinnen und Patienten einen niederschwelligen Zugang zu hochspezialisierter Medizin. Gleichzeitig ermöglicht die räumliche Nähe der drei Fachbereiche eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, etwa bei komplexeren Fragestellungen in der Brustmedizin oder der plastisch-rekonstruktiven Chirurgie.

Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet dies kürzere Wege, eine bessere Koordination der Behandlung und eine noch stärker integrierte Versorgung. Das Projekt ist zugleich ein wichtiger Bestandteil unserer Strategie, ambulante Angebote gezielt auszubauen und medizinische Spezialisierung mit einer patientenzentrierten Versorgung zu verbinden.

Im Oktober 2025 wurde im Notfallzentrum der neue Fast Track eröffnet. Patientinnen und Patienten mit weniger dringlichen Beschwerden können dadurch schneller behandelt werden, während gleichzeitig die Kernzone für akute Fälle entlastet wird. Welche Erfahrungen habt ihr seit der Einführung gemacht?

Die ersten Erfahrungen sind sehr positiv. Mit dem Fast Track reagieren wir auf die stetig steigende Nachfrage in unserem interdisziplinären Notfallzentrum. Patientinnen und Patienten mit weniger dringlichen Beschwerden können schneller behandelt werden, während sich das Team in der Kernzone stärker auf akute Fälle konzentrieren kann.

Das verbessert die Abläufe, verkürzt die Wartezeiten und erhöht gleichzeitig die Qualität und Sicherheit der Behandlung. Damit stärken wir unser Notfallzentrum als zentralen Pfeiler unserer Spitalstrategie.

Portraitfoto

Andreas Bildstein

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