Hinter den Kulissen des Spitals: Das Dienstleistungszentrums Operationssäle und Intensivstation als zentrale Drehscheibe – ein Interview mit Dr. med. Daniela Gresch und Vera Sobieralski
Dr. med. Daniela Gresch
28. Januar 2026
10 min
Am Spital Zollikerberg gilt: Eine hochwertige medizinische Versorgung braucht starke Strukturen im Hintergrund. Das Dienstleistungszentrum Operationssäle und Intensivstation (DLZ) sorgt mit klaren Prozessen, hoher Fachkompetenz und engagierten Mitarbeitenden dafür, dass der Spitalbetrieb reibungslos funktioniert. Dafür stehen Dr. med. Daniela Gresch und Vera Sobieralski, die das Dienstleistungszentrum Operationssäle und Intensivstation gemeinsam in dualer Leitung führen. Mit unterschiedlichen Perspektiven, langjähriger Erfahrung und einem gemeinsamen Verständnis von Führung gestalten sie zentrale Dienstleistungen für das gesamte Spital. Im Interview geben sie Einblick in ihre Arbeit, ihre Zusammenarbeit und die Rolle des Dienstleistungszentrum Operationssäle und Intensivstation für Qualität, Effizienz und Menschlichkeit im Spitalalltag.
Das DLZ wird dual geführt. Was motiviert Sie beide, diese Verantwortung gemeinsam zu übernehmen, und was macht diese Führungsform aus Ihrer Sicht besonders wirksam?
Die gemeinsame Leitung basiert auf dem Grundgedanken der Interprofessionalität, Gleichstellung und gegenseitiger Unterstützung. Durch den regelmässigen Austausch bündeln wir unsere Perspektiven und Kompetenzen, treffen fundierte Entscheidungen und handeln stets im Sinne unserer Patient:innen und Mitarbeitenden. Diese Führungsform stärkt die Qualität, fördert den Dialog und macht unsere Organisation resilienter.
Welche Rolle spielt das Dienstleistungszentrum im Alltag des Spitals Zollikerberg – und welchen Beitrag leistet es konkret zur Qualität der Patientenversorgung?
Das Dienstleistungszentrum ist eng mit allen Kliniken vernetzt und übernimmt eine zentrale Schnittstellenfunktion. Mit moderner Infrastruktur, zeitgemässen Anästhesieverfahren und standardisierten Prozessen – etwa den WHO-Checklisten – leisten wir einen wichtigen Beitrag zur maximalen Patient:innensicherheit und zur hohen Qualität der Versorgung.
Sie bringen unterschiedliche berufliche Hintergründe und Stärken mit. Wie ergänzen Sie sich in der gemeinsamen Leitung, und wie profitieren Team und Organisation davon?
Unsere Unterschiede in Alter, Erfahrung und Profession sind eine Stärke. Sie ermöglichen es uns, Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und uns sinnvoll zu ergänzen. Davon profitiert nicht nur die Leitung, sondern insbesondere das Team, das von klaren Entscheiden, breiter Fachkompetenz und einer ausgewogenen Führungskultur profitiert.
Frau Dr. Gresch, Sie sind seit rund 100 Tagen am Spital Zollikerberg. Welche Eindrücke haben Sie in dieser Zeit gewonnen, und welche Impulse konnten Sie bereits setzen?
Zu meinem Beginn habe ich ein sehr motiviertes und fachlich ausgesprochen kompetentes Anästhesieteam vorgefunden und schätze ebenso den offenen, engagierten Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen Fachdisziplinen sehr.
Insgesamt wurde ich im Spital Zollikerberg von Anfang an offen und wertschätzend aufgenommen. Bereits konnten erste Impulse im Bereich der Digitalisierung umgesetzt werden, insbesondere in der Prämedikation. Dazu gehört unter anderem das Angebot einer telefonischen Anästhesiesprechstunde, das sowohl Patient:innen als auch die Abläufe spürbar entlastet.
Welche aktuellen Herausforderungen beschäftigen das DLZ derzeit am stärksten, und wie gehen Sie diese gemeinsam an?
Aktuell stehen insbesondere die Gewinnung und der Erhalt von qualifiziertem Personal sowie die zunehmende wirtschaftliche Komplexität infolge veränderter Spitalfinanzierung im Fokus. Diese Herausforderungen gehen wir gemeinsam an, indem wir Prioritäten klar setzen, Prozesse weiterentwickeln und den Dialog mit allen Beteiligten aktiv pflegen.
Mit Blick nach vorne: Welche Schwerpunkte und Ziele haben Sie sich für die Weiterentwicklung des DLZ in den kommenden Jahren gesetzt?
Unser Ziel ist es, die hohe Dienstleistungsqualität in enger Zusammenarbeit mit unseren Kliniken und Belegärzt:innen zu sichern und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig möchten wir zukunftsweisende Projekte unterstützen und etablieren, um in allen Bereichen des DLZ langfristig einen verlässlichen, modernen und qualitativ hochwertigen Service anbieten zu können.
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