Masern bei Kindern: Im Interview mit Dr. med. Christine Stettner
Dr. med. Christine Stettner
27. April 2026
6 min
Seit 2019 gelten Masern laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in der Schweiz als «eliminiert». Dennoch treten immer noch vereinzelt Fälle und kleinere Ausbrüche auf. Was bedeutet das für Eltern und wie können sie ihre Kinder schützen? In diesem Blogbeitrag, den wir gemeinsam mit Dr. med. Christine Stettner, Oberärztin Kinder-Permanence, verfasst haben, finden Sie alle wichtigen Informationen zu Symptomen, Verlauf, Ursachen und weiteren relevanten Aspekten.
Was sind die Ursachen der Masern und wie wird die Krankheit übertragen?
Masern werden durch das Masernvirus verursacht, das zu den ansteckendsten Viren gehört. Die Krankheit wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion übertragen, wenn eine infizierte Person hustet, niest oder spricht. Auch der direkte Kontakt mit Nasen- oder Rachensekreten kann das Virus verbreiten.
Wie verläuft die Masernerkrankung und welche Symptome sind typisch?
Nach einer Ansteckung dauert es acht bis zwölf Tage, bis die Krankheit ausbricht (Inkubationszeit).
Die Krankheit beginnt mit einem Vorstadium: Ausschlag im Mund (Koplik-Flecken), Bindehautentzündung, Schnupfen, Husten und Fieber. Nach einer kurzen Besserung folgt die «Hauptkrankheitsphase». Sie ist gekennzeichnet durch einen starken Fieberanstieg, einen schlechten Allgemeinzustand und schliesslich – am 14. Krankheitstag – einen Hautausschlag. Dieser Ausschlag beginnt hinter den Ohren und breitet sich über Gesicht, Körper, Arme und Beine aus. Das Gesicht kann dabei anschwellen. Der Ausschlag verschwindet nach einigen Tagen in derselben Reihenfolge, in der er aufgetreten ist.
Zu den Komplikationen der Masern zählen Mittelohrentzündung, Lungenentzündung und Gehirnentzündung.
Masern sind bereits fünf Tage vor und bis etwa fünf Tage nach Ausbruch des Ausschlages ansteckend.
Wie kann ich bei einem Verdacht auf Masern schnell handeln und was soll ich tun?
Eine Therapie gegen das Masernvirus gibt es nicht. Durch fiebersenkende Mittel kann die Krankheit aber erträglicher gemacht werden. Bei Komplikationen wie Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung bedarf es unter Umständen einer antibiotischen Behandlung. Eine Gehirnentzündung kann nicht behandelt werden. Masern sind meldepflichtig!
Was sind die Vorteile der Masernimpfung und (wann) sollte ein Kind geimpft werden?
Die Masernimpfung bietet einen zuverlässigen Schutz vor der Erkrankung und ihren Komplikationen. Sie ist entscheidend, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern und eine Herdenimmunität in der Bevölkerung zu erreichen.
Die Impfung wird als Basisimpfung für alle Säuglinge im Alter von 9 und 12 Monaten empfohlen. Die Impfung wird in der Regel mit einem kombinierten Impfstoff durchgeführt, der gegen Masern, Mumps und Röteln schützt. Seit 2023 wurde in der Schweiz ein neuer Impfstoff (MMRV) eingeführt, der zusätzlich gegen Varizellen wirksam ist.
Welche Nebenwirkungen können nach der Masernimpfung auftreten und wie gefährlich sind sie?
Die Impfung gegen Masern ist sicher und gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen sind leichtes Fieber, Hautausschlag oder Schwellungen an der Impfstelle. Diese Reaktionen sind in der Regel mild und vorübergehend. Schwere Nebenwirkungen sind äusserst selten. Die Vorteile der Impfung überwiegen das Risiko von Nebenwirkungen bei weitem.
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